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Hamburger essen

Andy Warhol und David Hasselhoff haben vorgemacht wie man sogar etwas Alltägliches wie das Essen eines Hamburgers zelebrieren und medial vermarkten kann.

Andy Warhol:

Gut, sicher faszinierender als Paris Hilton beim Wagen waschen?

David Hasselhoff:

Seitdem darf das Hamburger essen in keiner Ausbildung zum Performer oder Schauspieler fehlen. Diese beiden Klassiker des Hamburger Essens dienen für viele Tausende Kopien, Interpretationen und Bearbeitungen. Angefangen von der Ausstrahlung durch Medien, TV und Internetplattformen bis hin zu ganz eigenständigen Kreationen oder Aussagen, die das mystische Geschehen versuchen zu erklären oder von einer anderen Perspektive zu zeigen oder eben die eigene Person ins Spiel zu bringen. Jeder kann schliesslich für 15 Sekunden im Leben berühmt sein und jeder wird in Zukunft 15 Minuten hungern. Früher waren es noch 15 Minuten. Heute reichen 15 Sekunden um ein Mikrocelebrity zu sein.

Basierend auf Warhol:
Jon Sargent
Quincux
Dinner with Warhol
Slimnils

Basierend auf Hasselhoff:
Behind the scenes
Puppet Version
Unbekannter Mann 1
Unbekannter Mann 2
Unbekannter Mann 3
Unbekannter Mann 4

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Don’t/Eat Just/Cook

Die erste Saison Herbst/Winter 2008/09 im Dock18 steht unter dem Motto einer medialen Ernährung.   Es wird versucht eine technische Reproduzierbarkeit von Nahrung  aufzuzeigen. Dabei geht es sowohl um die Werkzeuge als auch um ernährungs-technische Inhalte. Vorgestellt werden Projekte der Medien -u. Prozesskunst im Dock18.  Die Veranstaltungsreihe konzentriert sich auf die Auseinandersetzung mit Maschinen und thematisiert die Zubereitung von Zutaten und  verwandten Prozessen. Vorgestellt wird eine Kulturgeschichte der Essensproduktion -u. zubereitung bis zu Optimierung und dem Verschwinden des Essens. Maschinen, Geräte und Apparaturen rund um die neue Küche für Gerichte, die Aufmerksamkeit statt Töpfe benötigen. Neue Konzepte einer Ernährung ohne Herd bis hin zum Hirnfutter oder dem freiwilligen Nichtessen/Nichtkommunizieren. Selbstgebaute Kochinstrumente, Nahrungs-mittel als Stromproduzenten und virtuelle Kochmaschinen. Gezeigt werden künstlerische, technische und soziale Beispiele der Virtualisierung von Ernährung. Ein spielerischer Umgang mit der wichtigsten Sache der Welt.

Steht am Ende aller Kochprozesse etwa die Virtualisierung der Nahrungsaufnahme? Lässt sich Ernährung auf Softwarelösungen reduzieren? Wie weit kann Essen abstrahiert werden? Müssen wir überhaupt noch essen und reicht nicht die Simulation davon? Wie ernähren sich kommende Generationen? Welche Kochmaschinen werden sie benutzen und sollen wir uns künstlich ernähren um Ressourcen zu schonen? Wo ist die Grenze der Menschlichkeit? Was essen wir heute – wie essen wir morgen? Können wir von einer neuen Art des Kochens sprechen? Was kommt nach der Eat-art?

Don’t/Eat = Nicht/essen.
Just/Cook = Bloss/kochen.

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Den Sport in Worte und Bilder fassen. Die Rezepte wegwerfen, nachdem ihr nach ihnen gekocht habt. Ihr müsst die Rezepte überwinden, dann seht ihr die Welt richtig (nach Wittgenstein).¨

Nur mehr kochen statt essen. Was passiert dann mit dem Gekochten? Es wird weggeworfen, entsorgt und ohne Gewinn zerstört. Darin besteht die Bedeutung der Kultur:

Die Notwendigkeit den Energieüberschuss, der nicht dem Wachstum eines Systems zugeführt werden kann ohne Gewinn zu verlieren. (G. Bataille).

Vom Nichtessen und Nurkochen. Es wird kein Kind in Äthiopien überleben, wenn ein Kind in Europa sein Essen nicht aufisst. Kochen als reiner Selbstzweck ist wie Kunst ohne Publikum oder eine Web2.0seite ohne Kommentare. Wer kocht, will auch jemanden der isst? Zuweilen kann man ja auch selbst verdauen was man produziert. Wirkliche Genugtuung verschaffen aber nur andere verwöhnte Gaumen.

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